Im Rahmen unserer Berufsorientierung durften wir an unserer Schule ein ganz besonderes Projekt umsetzen: Gemeinsam mit dem Malermeister Roland Appelmann aus Berglern entstand im Kunstbereich unsere neue „Wall of Fame“. Ziel war es, einen Ort zu schaffen, an dem besonders gelungene Arbeiten aus dem Kunstunterricht einen würdigen Platz bekommen: Eine kleine Galerie mitten in der Schule, die Kreativität sichtbar macht und Wertschätzung ausdrückt.
Vier Schülergruppen mit jeweils drei bis vier Schülerinnen und Schülern arbeiteten zwei Tage lang intensiv an der Gestaltung der Wand, einige sogar freiwillig nach Unterrichtsschluss. Von Anfang an waren Motivation und Neugier groß. Zunächst wurden Entwürfe vom Papier sorgfältig auf die Wand übertragen. Anfangs hatten manche noch Sorge, Fehler zu machen. Doch schnell wurde klar: Im Handwerk gehört das Ausprobieren dazu, und fast alles lässt sich korrigieren.


Bevor es kreativ wurde, stand präzise Vorbereitung auf dem Plan. Die Arbeitsbereiche wurden abgeklebt, Materialien sortiert und bereitgelegt. Kanten wurden sauber mit dem Pinsel vorgearbeitet, anschließend die Flächen mit dem Roller grundiert. Acht Korkplatten wurden zugeschnitten, eingeklebt, ebenfalls grundiert und gestrichen. Sie bilden nun die Präsentationsflächen für zukünftige Kunstwerke. Besonders anspruchsvoll war die Arbeit mit den Stuckleisten: Diese wurden exakt ausgemessen, auf Gehrung gesägt, geschliffen, angebracht, verspachtelt und nach dem Trocknen erneut geschliffen. Abschließend erhielten die Rahmen ihre goldene Farbe und damit ihren Galerie-Charakter.
Parallel dazu gestalteten andere Schülerinnen und Schüler die Wand frei Hand mit dekorativen Elementen. Ein Banner mit der Aufschrift „Wall of Fame“, eine kunstvoll gemalte Blumenvase und weitere Verzierungen entstanden mit viel Liebe zum Detail. Farben wurden gemischt, Schattierungen gesetzt und immer wieder kritisch geprüft, bis das Gesamtbild stimmte. Zum Schluss wurden kleine Fehler ausgebessert, letzte Feinschliffe vorgenommen und natürlich gemeinsam aufgeräumt.


Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Aus einer schlichten Wand ist ein echter Blickfang geworden, der bereits viele bewundernde Blicke auf sich gezogen hat. Noch wichtiger aber sind die Erfahrungen, die unsere Schülerinnen und Schüler sammeln konnten. Sie haben erlebt, dass der Beruf des Malers weit mehr umfasst als das Streichen von Wänden. Planung, Genauigkeit, Kreativität, Teamarbeit und Durchhaltevermögen spielen eine entscheidende Rolle. Das Projekt hat gezeigt, wie spannend und vielseitig handwerkliche Berufe sind und wie erfüllend es sein kann, am Ende ein sichtbares Ergebnis in den Händen zu halten.
(Yvonne Wiesmann)
